Medien

"Medienmündig werden, bedeutet zuallererst, nicht die Kontrolle über unsere kostbare Lebenszeit zu verlieren. Medienmündig sein, heisst souverän über die eigene Zeit verfügen, sich Zeitsouveränität bewahren. Unter Zeitsouveränität verstehe ich die freie Entscheidung, wie viel Zeit wir überhaupt mit Medien verbringen und damit anderen Tätigkeiten entziehen möchten." 

Paula Bleckmann

Medienkompetenz und Medienmündigkeit

Was sind Medien?
Unter Medium versteht man allgemein Informationsträger, auch den Menschen selber.
Alles, was der Mensch im Alltag selber herstellt, benutzt oder konsumiert wie Bücher, Theater, Boukashi (Erzähltheater), Spielsachen aller Art, Bilder, Zeitungen, Höhrgeräte wie CD-Player, Radio, Fernseher und auch digitale Medien wie PC, Lap-Top, Handy, Tablet etc. gehört dazu.
Die vollumfassende Natur mit ihren Erscheinungen im Festen, Flüssigen und Gasförmigen, den Pflanzen und Lebewesen ist unser ursprünglichstes Medium.

Eine reife Urteilsfähigkeit im Medienumgang
Die Freie Ganztagesschule Seeland (FTS) unterstützt in Erziehung und Bildung Kinder und Jugendliche darin, selbst zu entdecken, was sie wirklich wollen und brauchen. Selbstbestimmte Entscheidungen setzen eine entwickelte, reife Urteilsfähigkeit voraus. Diese muss sich ein Kind zuerst während seiner gesamten Kinder- und Jugendjahre erwerben. Urteilsfähigkeit ist also das Ergebnis eines langjährigen Entwicklungsprozesses, der mit Erziehung und Bildung unterstützt wird.
Die Reife der Entwicklung eines Kindes war ursprünglich im Ziel der Medienpädagogik integriert. Die individuelle, seelische Entwicklung des Kindes stand im Zentrum. Der mündige Mensch als Nutzer der Medien gab ihnen in seinem Leben und in der Gesellschaft Bedeutung und Raum. Welche Bedeutung der Einzelne dem Medium beimass, bestimmte er in der Regel  souverän und selbstbestimmt. 

Persönliche Fertigkeiten und Fähigkeiten im Medienumgang
In der Medienerziehung hat sich mindestens seit den letzten 15 Jahren eine Kehrtwende vollzogen. Heute ist es umgekehrt. Die individuelle, seelisch-geistige Entwicklung des Kindes ist mit der Fertigkeit im Umgang mit den Medien zu grossen Teilen ersetzt worden. Der Begriff Medienkompetenz, der im Lehrplan 21 Verwendung findet, beschränkt sich vor allem auf das Bedienen von elektronischen und digitalen Geräten. Heute passt sich der Mensch den Medien immer mehr an.
Natürlich muss das Kind seinen Umgang mit Medien üben. Gerade desshalb fliesst in der FTS sowohl die Fertigkeit im Umgang mit elektronischen Medien, Bildschirmmedien und digitalen Geräten (Kompetenz), wie auch die Fähigkeit ihnen seelisch gewachsen zu sein, in die Betrachtung einer Medienerziehung ein.

Medienpädagogik spricht alle Sinne ausgewogen an
Die FTS praktiziert eine Medienpädagogik, die alle Sinne gleichermassen anspricht. Frau Prof. Paula Bleckmann (Gründerin echt dabei, Deutschland, siehe Verzeichnis Bibliothek) hat mit diversen wissenschaftlichen Studien festgestellt, erfolgreiche entwicklungsorientierte Medienpädagogik ist sinnesfreudig. Das Kind erforscht mit allen Sinnen die Welt. Selbstbestimmtheit und Souveränität entwickelt es ausschliesslich dann, wenn in seinem Tun alle seine Sinne ausgewogen angesprochen sind.

Informatische Grundbildung ab Klasse 1
Die informatische Grundbildung ist an der Freien Ganztagesschule Seeland bis Ende 1.
Klasse Sek.Stufe l (Klasse 9) hauptsächlich analog. Sie ist voller Sinnhaftigkeit, einer Fülle verschiedenster Aufgaben, die von den Schüler und Schülerinnen z.Bsp. auf die inneliegende Logik oder den Algorhythmus untersucht und altersentsprechend weiter entwickelt werden können. 

Mit vereinten Kräften geht es besser

Die Schüler und Schülerinnen der FTS verwenden persönlich an der Schule digitale Endgeräte meist offline. Sie bringen keine Geräte von zu Hause mit in die Schule.
Die FTS bietet Eltern an, gemeinsam mit der FTS eine individuelle Familien – Medienvereinbarung zu erarbeiten mit Unterstützung einer ausgewiesenen, externen Fachperson. Diese Vereinbarung berücksichtigt den Entwicklungsstand des Kindes, seine Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sie verhilft innerhalb der Familien an der FTS zu einem gegenseitigen übereinstimmenden Einvernehmen im Umgang mit elektronischen Medien, Bildschirmmedien und digitalen Endgeräten zu Hause.
Die Erfahrung zeigt, dass an Schulen mit freiwilliger Familien – Medienvereinbarung das Anschaffungsalter für digitale Medienausstattung gedrosselt werden kann – zu Gunsten von mehr Familien – und Beziehungszeit.

Bibliothek:
Prof. Paula Bleckmann, Klett-Gotta Verlag, (5. Auflage 2016)    
Medienmündigkeit

Paula Bleckmann, Ingo Leipner, Knaur Verlag, (1. Auflage 2018)
Heute mal bildschirmfrei        

Gerald Lempke, Ingo Leipner, Redline Verlag, (2. Auflage 2018)
Die Lüge der digitalen Bildung